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Wir kommen wieder ...




Sehr geehrter Herr Stellberger,

wir haben unseren ersten Wanderritt hinter uns - und müssen sagen "alle Achtung, ihr stellt was auf die Beine"... Wir sind aus Vorarlberg - sprich Lustenau - und sind zu zweit geritten. Mit einer Freiberger Stute und einem Criollo-Wallach. Der Startort Fronhofen ergab sich zufällig, da dort der Criollo bei Stefan Ostiadal in Beritt war.
Wir ritten auf eigene Faust - und es klappte eigentlich alles wunderbar, außer dass die erste Etappe etwas lang war für den ersten Versuch...
Gestartet sind wir in Fronhofen, wo wir auf tollen Wegen über Hasenriede und Baienbach nach Staig gelangten. Von dort aus über Messhausen nach Mochenwangen, wo unsere Pferde an unserer ersten Station professionell versorgt wurden von Herrn Bentele (Station Nr. 17). Absatteln, Wasserschlauch und ab in die Box zum frischen Kraftfutter. Der versteht was von Pferden...

Nach der Rast wagten wir uns an den Kümmerazhofer Forst - wo wir ohne Probleme nach Enzisreute gelangten ? doch immer noch nicht am Ziel... haben wir uns etwa für den ersten Tag zuviel vorgenommen? Weiter über Gwigg und Abetsweiler - und endlich ritten wir um 19.30 Uhr in Oberurbach bei der Familie Sonntag ein, wo wir von der ganzen Familie freundlichst empfangen wurden (in Verbindung mit Station Nr. 45, Rossberg). Ein sehr gepflegter Stall - ja, hier lassen wir unsere Pferde gern. Wir konnten sie noch etwas auf den Sandplatz lassen, um sich zu wälzen. Ein großes Dankeschön noch an die Tochter von Sonntags, die sich super um unsere Pferde und uns gekümmert hat.

Von Herrn Dutzki vom Bräuhaus in Rossberg (Station 45) wurden wir nach einer kleinen Erfrischung abgeholt und in UNSERE Station gefahren. Liebevoll renovierte Zimmer, alles sehr sauber, selbst unser Hund wurde freundlich empfangen. Nach kurzer Verschnaufpause genossen wir ein herrliches Abendessen - die Küche vom Bräuhaus kann sich sehen lassen! - und die selbstgemachten Nudeln von Dutzkis habe ich gestern Abend zu Hause gekocht - herrlich. Ein Familienbetrieb, der mit viel "Herzblut" geführt wird.

Die zweite Tagesetappe führte uns dann nach Kißlegg. Diese war etwas kürzer und "goldrichtig" von der Distanz her. (Station Nr. 58, Familie Wespel). Alles in allem können wir nur schwärmen von unserer ersten Tour durch euer schönes Land - und noch etwas:

Die Landwirte und Jäger bei uns könnten sich von euren "was abschauen". Jeder, wirklich jeder Traktorfahrer fuhr langsam an unseren Pferden vorbei, teils sind sie sogar ausgewichen in die Wiesen. Ein Jäger fuhr sogar 500 m rückwärts im Wald wegen uns... so was erlebt man bei uns leider nicht mehr. Vielen Dank!

Und jeder hat uns freundlich gegrüßt. Was bei uns leider auch nicht mehr der Fall ist. Ja, wir haben erlebt, bei euch ticken die Uhren noch etwas anders - wir kommen wieder! Allen Wanderreitern können wir unsere angeführten Stationen, Land und Leute nur wärmstens empfehlen.

Unsere Anregungen:
Eine bessere Wanderreitkarte - es ist unheimlich mühsam, auf dem Pferd sitzend die große Karte aufzufalten. Ich glaube, jedem Wanderreiter wär?s 20 Euro wert, wenn er eine leicht handhabbare Wanderreitkarte erhielte. Gibt?s so was vielleicht in "Buchform" zum Blättern? Und vielleicht auch in einer wasserfesten Qualität, die hält? Unsere Karte ist bereits ziemlich lädiert an den gefalteten Stellen.

(Anmerkung der Redaktion: In der Tat, die Stationenkarte ist nur zur Tour-Planung gedacht und ist im Maßstab 1 : 75 000 gehalten wegen der großen Fläche des Kreises Ravensburg. Die Reitstrecken selbst sollte man sich auf Karten 1 : 50 000 aussuchen, das erleichtert auch die Abschätzung der Streckenlänge, weil 2 cm auf der Karte 1 Kilometer in der Natur entsprechen. Diese Karten muss man sich im Buchhandel kaufen oder beim Landesvermessungsamt in Stuttgart besorgen. Die Nummern der von uns empfohlenen Karten für den Kreis sind auf dem ?Flyer? vermerkt. Den kann man sich herunterladen auf der Startseite beim entsprechenden Button rechts oben. Die Karten kann man sich dann selbst wasserdicht machen, indem man sie sorgfältig mit einseitig klebender Klarsichtfolie (Schreibwarenladen) überzieht. Die Karte hält dann wirklich lange. Vielleicht kann man sich die Karten sogar ungefaltet schicken lassen, dann sind sie noch leichter zu bekleben.)

Und vielleicht in weiter Zukunft - eine Nummerierung bzw. Beschilderung von Wandehrreitwegen? Uns ist?s einige Male passiert, dass wir nicht sicher wussten, ob wir jetzt den richtigen Weg haben oder nicht, da z. T. Wege eingezeichnet waren, die im Gelände nicht mehr erkenntlich waren, da sie verwachsen sind.
(Anmerkung der Redaktion: Die Ausweisung von Reitwegen bringt Probleme mit den Besitzern der Wege. Das ist also nicht zu bewerkstelligen. Die Leute befürchten sonst eine zu starke Frequentierung ?ihrer? Wege. Im übrigen suchen sich die Wanderreiter ja ihre Wege je nach Richtung, aus der sie kommen. Dass manche Wege zwar eingezeichnet, aber nur noch mühsam erkennbar sind, liegt daran, dass viele Wege nicht mehr so gepflegt, wenn sie wenig benutzt werden. Und deshalb ist Wanderreiten auch immer noch Abenteuer.)

Der Reisebericht stammt von Judith Grabher aus Lustenau, Österreich.
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