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Zur Obstbaumblüte an den Bodensee






Reisebericht
Zur Obstbaumblüte an den Bodensee
Ostern 2006

Von Gennachhausen bei Kaufbeuren zum Bodensee

Mit Hilfe der Wanderreitkarten Wanderreiten in Schwaben (Bayern, www.wanderreiteninschwaben.de) und Wanderreiten in Oberschwaben (Baden-Württemberg, www.wanderreiten-in-oberschwaben.de) konnte ich einen grenzüberschreitenden Wanderritt von Gennachhausen, Nähe Kaufbeuren/Allgäu zum Bodensee, Kressbronn/Gohren organisieren.

Am Karfreitag, 14. April 2006 startete unsere kleine Gruppe in Gennachhausen (Wanderreitstation Nr. 38 Gasthaus zum Hack, Karte Schwaben). Bei trockenem, windigen Wetter führte unsere Route über Biessenhofen zur Mittagsrast auf die Bergmang-Alpe bei Apfeltrang. Nachmittags weiter durch den Königsberger Forst nach Röhrwang (Station 63, Karte Schwaben, www.jakelhof.de). Hervorragende Unterbringung und Verpflegung für Reiter und Pferde!
Am Karsamstag war der Wind weg und es war wärmer. Ein kurzer Zwischenstopp zum Hallo-Sagen beim Huberhof (Station 35, Karte Schwaben, www.bauer-huber.de) bevor wir uns durch die Teufelsküche wagten. Zur Mittagsrast hatten wir uns bei Andreas Maurus, dem legendären Allgäuer Zehnerzugfahrer in Obergünzburg/Berg angekündigt. In der Reithalle bekamen unsere Pferde Heu und wir ließen uns unsere Brotzeit schmecken. Die zweite Tagesetappe führte uns bis zum Schilchernhof vor Dietmannsried (Station 61, Karte Schwaben, www.schilchernhof.de). Auch hier wieder ausgezeichnete Unterbringung und Verpflegung für Reiter und Pferde.
Der nächste Tag sollte unser längster, anstrengendster und reichster an Höhenmetern werden. Zunächst bei stürmischem Wind und regnerischem Wetter nach Dietmannsried, über die Illerbrücke, durch Krugzell, über unzählige kleine Weiler vorbei an Wiggensbach (leider in dieser Region fast alles geteert), bis wir in Schwarzachen bei sehr netten Esel- und Pferdebesitzern einen windgeschützen Rastplatz mit Unterstand und Heu für unsere Pferde fanden. Lange konnten wir uns nicht aufhalten, lag doch noch ein erhebliches Stück Wegs vor uns. 100 Höhenmeter hinauf gegen den Regen, der fast in Schnee überging, in den Hohentanner Wald über dem Kürnachtal. Auf diesem Höhenrücken kamen wir trotz des Wetters gut voran, da nicht mehr asphaltiert war. Beim Abstieg nach Walkenberg die ersten Autos mit Kennzeichen RV für Ravensburg, die Landesgrenze war überschritten. Über Schloss Rimpach und das beeindruckend überflutete Rimpacher Moos erreichten wir müde und abgekämpft nach 8 Stunden und über 45 km unser Ziel (Station 64, Karte Oberschwaben). Nun kam die größte Überraschung des Tages und der Alptraum jedes Wanderreitführers und Wanderreiters: Trotz telefonischer Anmeldung bereits im Januar und regelmäßigen E-Mails über den aktuellen Buchungsstand des Ritts hatte niemand mit uns gerechnet und wir waren dort spürbar unerwünscht. Uns wurde ein zugiger Durchgang zum Absatteln zugewiesen und dann wurden wir einfach stehen gelassen. Weder die bestellten Pferdeboxen noch Quartier für uns und Verpflegung waren möglich. Dabei hatten wir dort für 2 Tage gebucht, da am nächsten Tag ein Ausflug zum Schwarzen Grat geplant war. Was nun? Bisher waren wir zu dritt, ein vierter Reiter sollte nach Isny mit dem Hänger abends nachkommen, auch für ihn war bestellt. Ich rief die nächste Station in Wangen an, bei der wir 2 Tage später angemeldet waren, und fragte, ob wir in 2 Stunden kommen könnten. Wo ein Wille ist, ist ein Weg. Hiermit nochmals ganz herzlichen Dank an Cilly Graf vom Reitverein Wangen und ihrem Helfer Florian (Station 67, Karte Oberschwaben), die uns so überraschend kurzfristig und flexibel eine ausgezeichnete Unterkunft und Verpflegung für Reiter und Pferde bieten konnte. Nach Ankunft des Hängers in Isny transportierten wir mit 2 Fahrten alle 4 Pferde nach Wangen, so dass um 21.30 Uhr alle im Quartier waren.

Wir beschlossen, am nächsten Tag gemeinsam zum Bodensee zu reiten und somit die Tour um 2 Tage zu verkürzen. Kurze Anrufe bei der letzten Station in Kressbronn-Gohren, Susanne Strohmeier (Station 72, Karte Oberschwaben, www.reitstall-gohren) sowie der nahe liegenden gebuchten Pension Vetter (www.gaestehaus-vetter.de) mit einer Kurzschilderung unserer Situation machten auch hier eine problemlose Terminvorverlegung möglich.

Von Wangen führte unsere Route bei warmem und trockenem Wetter in südwestlicher Richtung, meist über kleine Teersträßchen, aber auch reizvolle Waldwege über die Burgruine Neuravensburg, unter der Argentobelbrücke vorbei an Degersee und Schleinsee mit dem ersten Ausblick auf den Bodensee. Bald erreichten wir den Fluss Argen. Nun waren es nur noch wenige Kilometer bis zur berühmten Kabelhängbrücke und nach Gohren. Bevor wir zur Ruhe kamen, wollten wir natürlich noch in den Bodensee hinein reiten. Vom Stall Gohren marschierten wir müde noch die 2 km bis zum See, fanden dort einen netten Menschen, der uns gemeinsam fotografierte und ritten strahlend zurück nach Gohren, wo wir mit großer Herzlichkeit und Gastfreundschaft aufgenommen wurden.

Es war landschaftlich und klimatisch ein sehr abwechslungsreicher Ritt (und Marsch, wir sind mindestens 1/3 der Strecke gelaufen), die meiste Zeit das Alpenpanorama im Blick, vom Schnee bis hin zum Frühjahr am Bodensee war alles dabei. Nur die Obstbäume haben noch nicht geblüht, weil das Frühjahr heuer einfach deutlich später dran ist. Mit Sicherheit werden wir in 2 oder 3 Jahren noch mal versuchen, die Obstbaumblüte am Bodensee mit Pferd zu erleben, ich werde die Route allerdings ein wenig anders planen, um weniger asphaltierte Wege zu haben und natürlich besagte Station nicht mehr einplanen.

Die Verbindung der Wanderreitgebiete Schwaben (Bayern) und Oberschwaben (Baden-Württemberg) erschließt uns Wanderreitern herrliche Verbindungen für lange und abwechslungsreiche Ritte und ist sehr zu empfehlen.

Autorin und Kontakt zur Rittführerin/Organisatorin des Rittes:
Kordula Sengmüller,
Wanderreitführerin FN
Allgöwers Reittrekking
Bidinger Str. 5
87677 Gennachhausen
Tel. 08345/952678
Fax 08345/952639
allgoewers-reittrekking@gmx.de




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