1000 Kilometer in einer Saison! Eine Hommage an Flamenco

1000 Kilometer in einer Saison! Eine Hommage an Flamenco

(Martin Stellberger) 1000 Kilometer war ich 2017 zusammen mit meinem Flamenco in unserem schönen Oberschwaben unterwegs. Es war die letzte große Saison für meinen treuen Trakehner, der heuer 28 Jahre alt ist. Genau waren es 996 km. Die vielen, fast täglichen „kleinen“ Ausritte „rund um den Hof“ habe ich nicht mitgerechnet. Die letzten 130 der angepeilten 1000 Kilometer habe ich in fünf Tagen gemacht mit einem Panorama-Ritt ins Allgäu: Ich startete an einem Mittwoch im Oktober von Waldburg nach Oberriedgarten zu Manuela und Stefan Mangold, am Donnerstag kam ich nach Urlau zur JaWiMa-Ranch (USA = Unser Schönes Allgäu) der Familie Ertingshausen, am Freitag war die Station von Tanja Rheineck in Lampertsried mein Ziel. Am Samstag ging’s zurück nach Oberriedgarten und am Sonntag nach Hause zum Sonnenhof in Waldburg. Es ist unglaublich, wie eng ich mit meinem treuen Flamenco verbunden bin, wenn wir unterwegs sind. Wir sind ein unschlagbares Team bis heute, auch wenn Flamenco nun im Ruhestand ist. Ich pflege und hüte ihn und genieße die kleinen Ausritte mit ihm.

Bei zahllosen Lehrgängen, die ich in den letzten zwei Jahrzehnten angeboten habe, war er „das Kommandeurspferd“: immer zuverlässig, immer stabil und immer eine Orientierung für die unerfahrenen Pferde bei den Lehrgängen. Flamenco marschierte immer vorneweg und war Vorbild. Er ist das verlässlichste Wanderreitpferd, das man sich vorstellen kann. Flamenco ist seit seinem vierten Lebensjahr bei mir und durchlief anfangs alles, was zur Grundausbildung eines guten Pferdes gehört: Dressur, Springen, Geländeritte auch mit Hindernissen. Allerdings habe ich mit ihm meine Turnierkarriere in der Military nicht fortgesetzt, obwohl er das hätte gut leisten können. Zehn Jahre Military mit meinem damaligen Pferd Pikeur waren genug. Auch er war viele Jahre bei mir… Auch ihm könnte ich ein Denkmal setzen.

Mit Flamenco kehrte ich zu Wurzeln meiner Reiterei zurück: Wanderreiten war schon immer meine Leidenschaft – seit mehr als 40 Jahren. Das Schöne in all den Jahren mit Flamenco ist, dass er nie wirklich krank war und sich nie wirklich durch die Reiterei verletzt hat. Auch nicht bei den Fuchsjagden, die ich früher gerne mit ihm geritten bin.
U.S.A. = Unser Schönes Allgäu (der Slogan der JaWiMa-Ranch) zeigte sich bei meiner letzten Tour mit Flamenco von seiner vielfältigen Seite: Herrliche Landschaften mit tollen Panorama-Blicken auf die Alpen-Nordseite. Sooo schön! Mein Flamenco war sehr gut drauf. Danke, mein Lieber. Auf dem Weg nach Urlau begleitete mich Manuela Mangold mit ihrer Stute Faschine. Als die Stute abends abgeholt wurde, protestierte Flamenco heftig. Er beruhigte sich aber bald wieder, weil Jasmin Ertingshausen von der JaWiMa-Ranch ihre Pferde zu ihm stellte. Meine gesamte Tour habe ich nach Karte geritten und mit GPS begleitet, so dass ich "vor Ort" die Wege besser einschätzen konnte. Einfach genial, die Technik. Diesen Panorama-Ritt mache ich bestimmt wieder, ergänzt, erweitert und variiert. Reitgäste gerne willkommen. Und von meinem Flamenco werde ich dabei bis zu meinem letzten Tag erzählen.